Partnerschaftskommunikationswochen bei „Führung ist ein Kinderspiel“. Heute: Warum Du mit Deiner Frau wie mit einer demenzkranken Person sprechen solltest. Und keine Angst, ich möchte keine chauvinistischen Sprüche klopfen, ich möchte mir lediglich mit Dir gemeinsam ansehen, welches Mindset es Pflegepersonal möglich macht, mit demenzkranken Menschen zu sprechen und warum das für Deinen Kontakt mit Deiner Frau durchaus sehr hilfreich sein kann.

Willkommen zu „Führung ist ein Kinderspiel“, der Podcast für Führungskräfte mit Familie. Hier bespreche ich mit Dir Tipps und Strategien, wie Du als Führungskraft und Vater abends keine beruflichen Aufgaben unerledigt hast, so dass Du pünktlich zum Abendbrot zu Hause bist. Ich helfe Dir, zufrieden mit Deinem Leben zu sein, ohne Angst haben zu müssen, auf dem Sterbebett etwas zu bereuen.

Hallo und herzlich willkommen, hier ist Stefan Mantel von stefanmantel.com. Ich freue mich, dass Du auch dieses Mal wieder eingeschaltet hast. Und ich gebe zu, der Titel ist mal wieder ein wenig provokant. Partnerschaftskommunikationswochen bei „Führung ist ein Kinderspiel“, was soll das denn bitte jetzt? In den letzten Episoden haben wir uns eher Deinen Berufsalltag angeschaut. Es geht mir hier aber nicht nur um Deinen Berufsalltag als Führungskraft, sondern es geht mir auch um Dein Leben als Führungskraft, Vater und Partner und welche Rollen Du außerdem noch hast. Als Führungskraft bist Du, wie viele andere Führungskräfte auch, wahrscheinlich beruflich sehr eingespannt.

Was hat das mit der Kommunikation mit Demenzkranken zu tun? Demenzkranke Menschen, vielleicht kennst Du Dich damit aus, weil Deine Mutter in einem Altersheim ist oder weil Du es bei Deiner Oma oder bei Deinem Opa mitbekommen hast, haben einen etwas anderen Bezug zur Realität und leben häufig in der Vergangenheit. Das heißt, es sind Menschen, die Dir vielleicht erzählen, dass sie heute zur Schule müssen, obwohl sie neunzig Jahre alt sind. Oder sie erzählen Dir, dass sie für ihre Mutter Milch kaufen müssen. Und kein professioneller Pfleger wird mit einem demenzkranken Menschen diskutieren, dass er eben mit neunzig Jahren nicht mehr zur Schule muss. Er wird auch nicht sagen, „passen Sie mal auf, Frau Müller, Sie müssen für Ihre Mutter keine Milch holen, denn Ihre Mutter ist vor fünfzig Jahren verstorben. Sind Sie eigentlich total bescheuert?“ Das macht niemand, zumindest niemand, der mit solchen Menschen sauber arbeitet. Sondern was machen sie stattdessen? Sie sagen, „Sie müssen heute zur Schule? Dann sollten Sie sich anziehen und bitte hier auf den Bus warten“.  Oder, „Sie müssen Milch kaufen? Dann lassen Sie uns mal gucken, wo das Geld ist. Und dann warten wir, bis der Bus zum Tante-Emma-Laden fährt“.

Du weißt vielleicht, dass ich auch für diesen Bereich immer mal wieder Fortbildungen gebe. Das hat nichts damit zu tun, dass man die Leute verarscht, veräppelt oder für dumm verkauft. Man weiß, dass die Situation sofort eskaliert, wenn man einem demenzkranken Menschen widerspricht. Und das passiert auch in der Partnerschaft, und das kann man aus meiner Sicht eins zu eins übernehmen. Das nächste Mal, wenn Deine Frau mit „Vorwürfen“ kommt, dann gehe mit dem Mindset an die Sache heran, dass sie einfach eine andere Landkarte von der Welt hat als Du. Und es ist vermessen anzunehmen, dass Deine Sichtweise die richtige sei und die der Frau die falsche, zumal Du sie in dieser Situation ohnehin nicht überzeugen kannst. Du solltest eher mit einer Haltung an die Sache rangehen, „spannend, wie Du das siehst, wir sollten uns zusammensetzen, damit ich verstehe, was in Deinem Kopf vor sich geht“. Das muss ich nicht gut finden. Wenn ich Autofahrer bin, dann muss ich es nicht gut finden, S-Bahn zu fahren. Ich muss auch nicht selbst S-Bahn fahren. Aber ich möchte verstehen, an welchen Stationen meine Frau umsteigt. Das Ganze auf die Berliner S-Bahn angewandt: Es wäre gut, die Ringbahn, die Nord-Süd-Verbindung und die Ost-West-Verbindungen zu kennen. Ich muss nicht jede Station kennen, aber die großen Stationen zu kennen, das wäre schon eine Hausnummer.

Das heißt, es geht darum, zunächst den anderen zu verstehen, um dann selbst verstanden zu werden. Häufig gehen wir mit der Prämisse hinein, „die hört mir gar nicht zu, die muss mich doch mal verstehen“. Aber verstehst Du Deine Frau tatsächlich? Gibst Du Dir Mühe, sie zu verstehen, bevor ihr anfangt, zu diskutieren? Achte mal darauf, das ist meine kleine Übung und Hausaufgabe für Dich für die nächste Woche. Achte darauf, wann Du in „ja, aber-Landkarten-Diskussionen“ verfällst und was zwischen Dir und Deiner Frau passiert.  

Nächste Woche schauen wir uns dann noch ein anderes Mosaiksteinchen dieser Partnerschaftskommunikation an. Und dass man das Ganze mit leichten Abwandlungen auch im Job anwenden kann, das muss ich Dir sicher nicht erklären. Dafür bist Du Führungskraft genug, dass Du weißt, wie wichtig Kommunikation ist.  

Und jetzt wünsche ich Dir viel Spaß beim Üben dieses Mindsets. Wir hören uns am nächsten Montag wieder. Dir bis dahin eine ganz, ganz tolle Zeit. Dein Stefan Mantel.

Möchtest Du von Stefan persönlich und kostenlos beraten werden, was der nächste Schritt ist, als Führungskraft noch erfolgreicher und trotzdem pünktlich zum Abendbrot zuhause bei Deiner Familie zu sein?

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