If it’s not a „Hell yeah, oh God, oh Goooooooood, yes!“, it’s a „no!“ In dieser Episode von „Führung ist ein Kinderspiel“ möchte ich mit dir darüber sprechen, was du machen kannst, wenn du zu schnell „ja“ sagst, und welche beiden Fragen dir dabei helfen.

Willkommen zu „Führung ist ein Kinderspiel“, der Podcast für Väter, die einen Führungsjob haben. Hier bespreche ich mit dir Tipps und Strategien, wie du als Führungskraft und Vater abends keine beruflichen Aufgaben unerledigt hast, so dass du pünktlich zum Abendbrot zu Hause bist. Ich helfe dir, zufrieden mit deinem Leben zu sein, ohne Angst haben zu müssen, auf dem Sterbebett etwas zu bereuen.

Hallo und herzlich willkommen. Hier ist Stefan Mantel von stefanmantel.com. Ich freue mich, dass du auch dieses Mal wieder eingeschaltet hast. Heute möchte ich mit dir der Frage nachgehen, was du konkret tun kannst, wenn du zu denjenigen gehörst, die zu schnell „ja“ sagen zu spannenden Projekten, Anfragen von Mitarbeitern und Kollegen und bei Aufgaben deines Chefs. Was ist das Problem, wenn du zu schnell „ja“ sagst? Zunächst ist das wunderbar, könnte man meinen, aber du leidest wahrscheinlich an Übercommitment. Was heißt das? Du hast einfach zu viele Aufgaben, die zu bearbeiten sind. Du hast zu viel Ablenkung von deinen eigentlichen, von deinen wirklich wichtigen Aufgaben, weil du zu den Prioritäten, zu den Aufgaben von anderen „ja“ gesagt hast, ohne zu überlegen, was das heißt. Und das bedeutet im Regelfall, dass du nicht deine Prioritäten bearbeitest, sondern die der anderen, und zwar für die Ziele der anderen.

Die meisten Menschen probieren, es doch irgendwie zu schaffen. Das führt dann zur Überlastung und kann nicht gut sein. Und das gilt sowohl im Kleinen für deine Jobs, für deine Aufgaben auf der Arbeit als auch im Großen für das ganze Leben. Was kann hilfreich sein? Ich möchte dir einmal den Begriff der „Opportunitätskosten“ näherbringen. Der eine oder andere wird es vielleicht kennen, aber was sind Opportunitätskosten? Wikipedia verrät es: „Opportunitätskosten sind der entgangene Nutzen beziehungsweise der ergangene Ertrag einer Handlungsalternative, auf den zu Gunsten der durchgeführten Alternative verzichtet wird.“ Versteht man nicht, wenn man es vorher noch nicht gehört hat, von daher jetzt noch einmal einfach und auf Deutsch.

Du hast 10.000,- Euro, die du anlegen willst. Wenn du sie in Aktien anlegst, dann kannst du sie nicht auf einem Tagesgeldkonto anlegen. Der Zinssatz von einem Tagesgeldkonto ist im Moment sehr gering, ich gebe es zu, aber diese Zinsen sind die Opportunitätskosten, denn das Geld ist anderswo gebunden. Wenn du heute Nachmittag drei Stunden zur freien Verfügung hast, wunderbar, kennt man ja kaum noch, aber das gibt es, du hast diese drei Stunden zur Verfügung, und wenn du dich während dieser Zeit ins Café setzt und ein lecker Kaffee trinkst, dann kannst du während dieser Zeit nicht ins Schwimmbad gehen. Die Opportunitätskosten sind also, dass du nicht ins Schwimmbad gehen kannst. Das erscheint relativ logisch, bloß im Alltag machen wir uns das nicht bewusst.

Welche beiden Fragen könnten dir helfen, im Alltag weniger „ja“ zu sagen? Frage 1: Was gebe ich dafür auf, wenn ich mich dafür entscheide, wenn ich jetzt „ja“ sage? Was gebe ich dafür auf, wenn ich jetzt „ja“ sage? Und Frage 2: Was könnte ich mit demselben Zeit- oder Energiebudget sonst noch anfangen? Das sind Fragen, die erscheinen auf den ersten Blick sehr trivial. Ein Beispiel aus meinem Leben. Ich bin im Vorstand der Kita meiner dreijährigen Tochter. Das ist ein Eltern-Kind-Verein, wie er hier so in Berlin relativ üblich ist, kleine Kita, fünfunddreißig Plätze, alles gut wuppbar. Bei einem Elternverein braucht es immer jemanden, der im Vorstand ist. Es ist nicht so, dass auf der Mitgliedervollversammlung alle „hier“ schreien und man sich gegen andere Bewerber durchsetzen müsste, sondern es freut sich jeder, wenn Mantel das macht. Ich überlege mir aber regelmäßig vor der nächsten Neuwahl, was ich dafür aufgebe, wenn ich mich dafür entscheide. Das heißt nämlich, dass einmal im Monat ein Abend weg ist. Das klingt jetzt nicht viel, aber ich bin viel unterwegs, und dann ist es schon relativ viel. Es ist eben ein Abend, den ich auch nicht da bin, den ich nicht mit meiner Frau zusammen verbringe. Und was könnte ich mit demselben Zeit- und Energiebudget sonst noch anfangen? Das muss man sich vor Augen führen. Bisher ging die Rechnung trotzdem zugunsten des Vorstandspostens in der Kita auf, und das ist in Ordnung. Aber mir ist sehr bewusst, dass ich etwas anderes dafür aufgebe.

Und bei anderen Punkten habe ich „nein“ gesagt, nachdem ich diese Rechnung aufgemacht habe, nachdem ich mir diese beiden Fragen gestellt habe. Ich weiß nicht, ob du Derek Sivers kennst, das ist ein amerikanischer Unternehmer. Er hat den Satz geprägt, „If it’s not a hell yeah, it’s a no“. Wenn du bei einer Sache nicht das Gefühl hast, dass du sie auf jeden Fall machen möchtest, egal, was es kostet, dann ist es ein Nein. Nun kann er es sich vielleicht auch beruflich leisten als Geschäftsführer, als Unternehmer so zu agieren. Die meisten angestellten Führungskräfte können das nicht. Ich würde den Satz vielleicht etwas umwandeln, ich würde sagen, „if it’s not a hell yeah, answer these two questions“, und damit meine ich die beiden Fragen, die ich eben gestellt habe. Ich glaube, wir tun gut daran, erst zu überlegen, bevor wir irgendetwas zusagen, was wir nachher schwer wieder absagen können. Was heißt das konkret? Bei du eine Anfrage bekommst und unsicher bist, dann sagst du, „Entschuldigung, das kann ich nicht, ich habe keine Kapazitäten dafür frei. Falls es sich doch noch verändern sollte, sage ich dir Bescheid. Vielen Dank für die Anfrage“. Zunächst also abzusagen und sich gleichzeitig die Hintertür offen zu halten, doch noch zuzusagen. Das ist hundertmal besser als zu sagen, „ja, das kriege ich schon irgendwie hin“ und dann am nächsten Tag zu sagen, „ich habe es mir nochmal angeschaut, wahrscheinlich schaffe ich es nicht“. Und übermorgen sagst du dann, „es hat sich bewahrheitet, ich kann leider nicht“.

Zunächst also sagen, dass es nicht gehen wird, und im Nachgang kannst du immer noch zusagen. Wenn Aufträge von deinem Vorgesetzten kommen, ist es wahrscheinlich schwer, es so zu machen, je nachdem, welches Verhältnis man zueinander hat. Hier greift die zweite Möglichkeit, nämlich, sich Zeit zum Überlegen zu erbitten. „Okay, ich schaue mir das an, ich gebe Ihnen dann Rückmeldung“. Oder „okay, zur Kenntnis genommen, ich gucke mal in meinen Kalender und sage dann Bescheid, was realistisch ist“. Auch auf diese Art haben wir nicht direkt zugesagt und müssen im Nachgang vielleicht absagen, sondern wir haben die Entscheidung nach hinten verlagert. Und dann kann ich mir diese beiden Fragen beantworten, was gebe ich dafür auf, wenn ich mich dafür entscheide, wenn ich jetzt „ja“ sage beziehungsweise, was könnte ich mit demselben Zeit- und Aufmerksamkeitsbudget sonst noch anfangen?

Probiere in den nächsten Tagen und Wochen aus, bei jeder Anfrage, die du erhältst, an diese beiden Fragen zu denken. Das heißt nicht, dass du immer „nein“ sagst, sondern es führt unweigerlich dazu, dass dein „Ja“, auch im privaten Bereich, sehr viel reflektierter ist und du am Ende des Tages nicht denkst, „oh Shit, was habe ich mir da schon wieder alles aufgeladen“.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit diesen beiden Fragen und freue mich, wenn wir uns nächste Woche, nächsten Montag hier bei „Führung ist ein Kinderspiel“ wiederhören. Dir bis dahin erstmal ne janz, janz jute Zeit! Dein Stefan Mantel.

Möchtest Du von Stefan persönlich und kostenlos beraten werden, was der nächste Schritt ist, als Führungskraft noch erfolgreicher und trotzdem pünktlich zum Abendbrot zuhause bei Deiner Familie zu sein?

Dass reserviere Dir jetzt Deinen Wunschtermin mit Stefan: https://stefanmantel.com/telefonat/