In dieser Episode gratuliere ich Bernd Geropp zu seiner 200. Folge und erzähle Dir, was das Thema Momente genießen für mich mit Reisekrankheit zu tun hat.

Erfolge feiern, Momente genießen. Yeahhhhhhhhh! In dieser Episode von „Führung ist ein Kinderspiel“ möchte ich mit Dir darüber sprechen, wie Du es schaffst, auch ungeplant Momente zu genießen, und was das mit Reisekrankheit zu tun hat.

Willkommen zu „Führung ist ein Kinderspiel“, der Podcast für Führungskräfte, die eine Familie haben. Hier bespreche ich mit Dir Tipps und Strategien, wie Du als Führungskraft und Vater abends keine beruflichen Aufgaben unerledigt hast, so dass Du pünktlich zum Abendbrot zu Hause bist. Ich helfe Dir, zufrieden mit Deinem Leben zu sein, ohne Angst haben zu müssen, auf dem Sterbebett etwas zu bereuen.

Hallo und herzlich willkommen, hier ist Stefan Mantel von stefanmantel.com. Ich freue mich, dass Du auch dieses Mal wieder mit dabei bist. Heute möchte ich mit Dir gemeinsam besprechen, wie Du es schaffst, auch ungeplante Moment zu genießen, und was das in meinem speziellen Fall mit Reisekrankheit zu tun hat. Und bevor wir jetzt die ungeplanten Momente genießen, es gibt einen Erfolg zu feiern, und dem möchte ich einen Raum geben. Es ist nicht mein Erfolg, sondern es ist der Erfolg des Podcasterkollegen Bernd Geropp, den Du sicherlich kennst, wenn Du Führungskraft bist. Bernd betreibt den Podcast „Führung auf den Punkt gebracht“. Hammergeiler Podcast, es lohnt sich, hineinzuhören, falls Du unerwarteterweise nicht kennen solltest. Bernd hat gestern seine zweihundertste Episode gesendet. Bernd, meinen allerherzlichsten Glückwunsch! Mach weiter so, ich höre mir tatsächlich jede Folge Deines Podcasts an.

Und jetzt fragst Du Dich sicherlich, „Moment mal, hat Stefan nicht erzählt, dass dieser Podcast schon am Mittwoch rauskommt?“ Genauso war es eigentlich gedacht. Bernd hatte geplant, am Mittwoch seine zweihundertste Episode zu senden, und wir wollten zusammen mit einigen Podcasterkollegen eine Gratulationsfolge für Bernd aufnehmen. Aber dann ist Bernd leider krank geworden und hat erst einen Tag später gesendet. Am Dienstag hatte ich keinen Termin in meinem Kalender und deshalb Zeit, mich deep-work-mäßig mit verschiedenen Dingen zu beschäftigen. Und ich hatte mir vorgenommen, am Dienstag nehme ich diesen Podcast für Bernd auf, um ihm zu gratulieren. Und dann ist folgendes passiert, nämlich nicht nur Bernd war krank, sondern auch meine Tochter ist krank geworden.

Am Dienstagmorgen saß ich hier in meinem „Podcast Studio“ und wollte den Podcast aufnehmen. Ich hatte die ersten drei Sätze eingesprochen, als das Telefon klingelte und die Kita anrief. Am Dienstag war Ausflugstag, und die Gruppe ist mit dem Bus zum Aquarium in Berlin gefahren. Die Erzieherin sagte, „Deine Tochter hat im Bus gekotzt. Hol sie bitte ab“. Zu dem Zeitpunkt war unklar, ob es eine dieser Magen-Darm-Geschichte war, die gerade hier in Berlin herumgeht, auch in der Kita meiner Tochter oder ob es einfach eine Reisekrankheit war. Dazu muss man wissen, in unserer Familie ist Reisekrankheit sehr weit verbreitet. Wir brauchen nur ein Auto von innen zu sehen, und schon fängt es an, im Bauch zu rumoren. In dem Moment war jedoch nicht ersichtlich, was es war, und nützte auch nichts, denn selbst, wenn Du reisekrankheitstechnisch gekotzt hast, fühlst Du Dich schlapp. Also bin ich mit dem Fahrrad ins Aquarium und habe meine Tochter abgeholt. Und schon auf dem Rückweg zeigte sich aber, dass das Kind garantiert keinen Magen-Darm-Virus hat. Sie war dermaßen gut drauf, dass es eine wahre Wonne war.

Jetzt war es aber so, ich hatte mir eigentlich vorgenommen, diesen Podcast zu produzieren und noch etliche andere Geschichten zu erledigen, auf die ich richtig, richtig Bock hatte, mich mit denen mal zu beschäftigen an solch einem Tag. Und nun war dieser Tag natürlich weg. Denn wenn Du eine dreieinhalbjährige Tochter zu Hause hast, dann ist an deep Work oder fokussiertes Arbeiten nicht zu denken. Es besteht natürlich die Möglichkeit, sich die ganze Zeit darüber zu ärgern, dass es so ist, wie es ist. Ich habe mich dagegen entschieden, das zu tun und habe mich dafür entschieden, die ganzen Sachen, die ich mir für diesen Tag vorgenommen hatte, an irgendeinem anderen Tag zu erledigen und stattdessen den Tag mit meiner Tochter zu genießen. Es war 10:00 Uhr, und es war klar, dass wir bis 15:00 Uhr oder 15:30 Uhr Zeit haben, denn dann stand wieder etwas Anderes an.

Da wurde mir nochmal so richtig deutlich, wie wichtig es ist, das zu akzeptieren, was nicht zu verändern ist. Ich weiß nicht, ob Du das Modell der zwei Bereiche kennst. Es geht einmal um den Handlungs- und Kontrollbereich. Das ist der Bereich, in dem Du Dinge verändern kannst, wo Du durch Deine Handlungen Dinge bewegen kannst und selbstwirksam bist. Und es gibt den Jammerbereich, wie ich ihn gerne nenne, das ist der Bereich, der außerhalb Deiner Handlungsmöglichkeiten liegt. Wo Du, egal, was Du tust, nichts verändern kannst. Viele Menschen, Führungskräfte, Väter, aber sicher auch Mütter und Menschen, die keine Führungskräfte sind machen den Fehler, gegen das anzukämpfen, was in diesem Jammerbereich liegt. Dass sich meine Tochter übergeben hat, das ist nicht zu ändern. Und jetzt besteht die Möglichkeit, dass ich trotzdem mein Pensum nicht schaffe, denn sie ist nun mal da, und mich darüber ärgere oder ich schaffe es, umzuschalten und zu akzeptieren, was ist und mache das Beste daraus. So war es schließlich auch, und wir hatten einen hammergeilen Tag, den ich richtig genossen habe.

Jetzt denke mal darüber nach, wo in Deinem Führungsalltag es genau solche Szenarien gibt. Du hast Dir etwas vorgenommen, aber dann passiert irgendetwas, was dazwischenkommt. Gelingt es Dir dann, schnell umzuswitchen, so dass Du Dir sagst, dass es zwar ärgerlich ist, aber dass Du es als gegeben hinnimmst? Und jetzt gucken wir wieder, wo der Handlungsbereich ist, wo kann ich jetzt etwas tun? Das Problem ist, wenn Du in Deinem Jammerbereich bleibst und versuchst, dort etwas zu verändern, dann ist das ein Kampf gegen Windmühlen. Da wirst Du nichts bewegen. Und die Energie, die ist dann weg.

Das Ergebnis ist letztendlich kein gutes, wenn Du Dich so verhältst. Schau mal nach, wo in Deinem Alltag es solche Situationen gibt, wo es hilfreich wäre, einfach umzuswitchen, zu sagen, „einmal tief durchatmen, das ist jetzt so, und jetzt gucken wir, wie wir etwas richtig Geiles daraus machen“, ohne „hätte“, „sollte“, „könnte“, „wenn nicht, dann“ und all solche Geschichten. „Warum“, „warum heute“, „warum mir“, all das sind aus meiner Sicht Fragen, die überhaupt nicht weiterhelfen. #00:08:36-3#

Das ist das spontane Feiern, das spontane Genießen. Und um nochmal die Brücke zum Anfang zu schlagen, möchte ich Dir, Bernd, nochmal für dieses geplante Event, also Deinen zweihundertsten Podcast, gratulieren.

Soweit für heute dieser Podcast, sozusagen zwei Tage später als geplant. Wir hören uns wieder nicht am Montag, denn das ist der vorgezogene Podcast des kommenden Montags, sondern wir hören uns wieder am Montag in sieben Tagen. Und ich wünsche Dir bis dahin ganz viele tolle Momente, sowohl beruflich als natürlich auch privat, die ungeplant sind, und wo es Dir gelingt, einfach umzuswitchen. Und ich wünsche Dir natürlich auch, dass nicht alle diese Momente etwas mit Reisekrankheit und Kotzen zu tun haben.

In diesem Sinne, Dir eine ganz, ganz tolle Zeit. Dein Stefan Mantel.