Mein geschätzter Führungkräftetrainer- und Podcasterkollege Thomas Reining hat zu einer Blogparade aufgerufen. Das Thema: Die coole Führungskraft. Seinem Aufruf, mich daran zu beteiligen komme ich natürlich gerne nach.

Hier findest Du die Blodparade: https://www.gute-fuehrung-braucht-gespuer.de/gfg090-blogparade-die-coole-fuehrungskraft/

Wenn wir hören, eine Führungskraft sei cool denken wir im ersten Moment an eine Führungskraft, die cool geblieben ist, obwohl gerade richtig was los war. Ich glaube „Coolness“ fängt bereits viel früher an. Denn gerade in „guten“ Zeiten legt man als Führungskraft die Grundsteine, die es einem ermöglichen auch stressige und schwierige Zeiten gut zu überstehen.

Ich möchte Dir zwei Beispiele erzählen von Führungskräften, die aus meiner Sicht genau so handeln und die für mich deshalb absolut cool sind.

Die Leiterin einer sozialen Einrichtung war mit mir im Gespräch, um über Fortbildungen für ihre Führungskräfte zu sprechen. Für gewöhnlich laufen solche Gespräche so ab, dass erst einmal von Seiten der Einrichtung deutlich gemacht wird, dass solch eine Fortbildung seit langem mal wieder angeboten wird und dann – bitte schön – so nachhaltig sein soll, dass in den nächsten Jahren keine weiteren Fortbildungen für die Führungskräfte notwendig sind. Das Geld im Sozialen Bereich ist halt knapp.

Ganz anders diese Leiterin. Sie war auf der Suche nach einem Trainer, der ihre Führungskräfte in den nächsten Jahren begleitet. Sie vermittelte mir ihre Sichtweise mit dem folgenden Bild:

„Wenn ich möchte, dass mein Auto gut fährt, dann bringe ich es ja auch nicht erst in die Werkstatt wenn nichts mehr geht. Sondern ich vereinbare regelmäßig einen Inspektionstermin, damit mögliche Störungen möglichst frühzeitig entdeckt und eventuelle Reparaturen möglichst frühzeitig durchgeführt werden können. Das kommt mich am Ende viel billiger als wenn ich versuche das Geld für die Inspektion zu sparen. Das ist umso wichtiger, da ich jeden Tag auf mein Auto angewiesen bin. Es wäre also grob fahrlässig darauf zu vertrauen, dass schon nichts kaputt geht bei dem intensiven Gebrauch meines Autos.

Nun möchte ich Führungskräfte nicht mit Autos vergleichen, aber ich finde das Beispiel durchaus charmant. Es zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns als Führungskräfte auch dann Gedanken um unsere Mitarbeiter machen, wenn alles scheinbar wie „am Schnürchen“ zu laufen scheint. Außerdem wird deutlich, dass wir nicht erwarten können, dass unsere Mitarbeiter weiterhin gute Arbeit machen, wenn wir nicht in sie investieren.

Das zweite Erlebnis hatte ich mit einem Geschäftsführer, der für etwa 15 Führungskräfte zuständig war, die ihm direkt unterstellt waren. Er erzählte mir in einem lockeren Gespräch, dass es ihm völlig egal sei, wann seine Führungskräfte arbeiten und ob sie wirklich die vereinbarte Arbeitszeit in der Firma verbrachten. Wichtig war ihm lediglich, dass der Output stimmte, die Mitarbeiter der einzelnen Führungskräfte motiviert waren und die Firma sich weiterentwickelte.

Auch er ging regelmäßig nachmittags zum Sport, um den Kopf frei zu bekommen. Dann kehrte er am Abend zurück zu seinem Schreibtisch, um nochmal „richtig was zu schaffen“. Seine Führungskräfte waren dermaßen motiviert, dass sie eher mehr als weniger arbeiteten und die Freiheiten in keiner Weise ausnutzten. Sicherlich gab es die eine oder andere Führungskraft, die zeitweise auch mal deutlich weniger in der Firma anwesend war als die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit, aber der Geschäftsführer konnte sich sicher sein, dass in Krisenzeiten wirklich alle „ranklotzten“, damit die Firma weiterhin in einem hart umkämpften Markt mehr als gut bestehen könnte.