The missing Link – Horizont 2. Ja wo ist er denn, wo hat er sich denn versteckt?

Willkommen zu „Führung ist ein Kinderspiel“, der Podcast für Führungskräfte, die auch Vater sind. Hier bespreche ich mit dir Tipps und Strategien, wie du abends keine beruflichen Aufgaben unerledigt hast, so dass du pünktlich zum Abendbrot zu Hause bei deiner Familie bist. Ich helfe dir, zufrieden mit deinem Leben zu sein ohne Angst haben zu müssen, auf dem Sterbebett etwas zu bereuen.

Hallo und herzlich willkommen, hier ist Stefan Mantel von stefanmantel.com. Ich freue mich, dass du auch dieses Mal wieder eingeschaltet hast. Das Thema der heutigen Episode: „The missing Link – Horizont 2“. Ich möchte heute mit dir besprechen, warum das Setzen von großen Zielen und von kleinen Zielen überhaupt nicht ausreicht. Und ich werde dir auch sagen, was die Lösung für dieses Problem ist. Um was geht es heute? The missing Link – Horizont 2. Vielleicht hast du diesen Begriff schon einmal gehört, und zwar im Zusammen mit McKinsey. Die haben nämlich drei Horizonte definiert, wo es, wenn man es mal ganz platt sagen möchte, um Unternehmensentwicklung und Produktentwicklung geht.

Dies möchte ich heute auf dich und dein Leben beziehen. Horizont 2 ist die Verbindung zwischen deinen kleinen Zielen, deinen kleinen Schritten und deiner großen Vision, deinem großen Ziel. Was ist nämlich die Gefahr, wenn wir uns ein großes Ziel vornehmen? Die Gefahr ist aus meiner Sicht, und das bekomme ich gerade von Führungskräften hundertfach zurückgemeldet, die sich beruflich engagieren, dass du dir etwas vornimmst, „in ein paar Jahren möchte ich da und da stehen“, bloß das Tagesgeschäft und der Alltag fressen dich so sehr auf, dass du überhaupt nicht an deinem großen Ziel arbeiten kannst. Setzt du dir hingegen nur kleine Ziele, dann ist auch nicht klar, wo du am Ende des Tages hinkommst.

Sicherlich kennst du das auch, eine obskure Situation, wie ich finde, man trifft sich einmal im Jahr zum Mitarbeiterjahresgespräch oder wie auch immer das heißt, man vereinbart Ziele mit seinem eigenen Vorgesetzten oder du mit deinen Mitarbeitern. Diese Ziele werden schriftlich fixiert, wir befinden uns schließlich in Deutschland, und dann verschwinden diese Papiere im Schreibtisch bis vier Wochen vor dem nächsten Jahresgespräch. Und dann wird geguckt, „was waren nochmal meine Ziele? Jetzt muss ich aber Zeit dafür reservieren, um wirklich an ihnen zu arbeiten“. Auch da hat das Tagesgeschäft, was ich das ganze Jahr betreibe, nichts, aber auch gar nichts mit meinen Zielen zu tun. Aus meiner Sicht ist das im Arbeitskontext mehr aus tragisch, aber noch tragischer ist es, wenn es dich als Mensch, als Person und dein Leben betrifft.

Es gibt eine spannende Untersuchung, die man mit Studenten durchgeführt hat. Und zwar ging es darum herauszufinden, welche Art von Planung und Zielsetzung Studenten dazu bringt, gute Lernerfolge zu haben und ihre Noten zu verbessern. Und wie man das immer so macht in solchen Studien, man hat die Studenten in drei Gruppen unterteilt. Der einen Gruppe hat man gesagt, „ihr macht euch jeweils Tageslernpläne“. Sie sollten sich überlegen, was sie heute lernen wollen und zu welchen Zeiten sie das tun wollen. Der zweiten Gruppe hat man gesagt, „ihr macht euch bitte Monatspläne. Was wollt ihr in diesem Monat lernen beziehungsweise, was wollt ihr am Ende des Monats gelernt haben? Und wie teilt ihr euch das zeitlich ein?“ Und der dritten Gruppe hat man gesagt, dass sie sich überhaupt keine Pläne machen sollten, „ihr lernt einfach so, wie es gerade passt“.

Wer hat wohl nach einem Jahr seine Noten am meisten verbessern können? Es waren mit großem Abstand diejenigen, die sich Monatspläne gemacht hatten. Die hatten tatsächlich die besten Ergebnisse im Vergleich zum Start am Anfang des Jahres. An zweiter Stelle waren diejenigen, die sich Tagespläne gemacht hatten, und am schlechtesten hatte die Gruppe abgeschnitten, die überhaupt nicht geplant haben. Ich bin ein großer Freund von Tagesplänen und überlege mir bereits am Vorabend, was ich am nächsten Tag machen will. Das Ergebnis der Studie zeigt jedoch, dass Monatspläne nochmal einen ganz anderen „Wums“ haben und dich noch weiter nach vorne bringen.

So könnte man jetzt diese drei Horizonte definieren. Horizont 1 ist, das Tagesgeschäft zu planen, mir einen Tagesplan zu machen. Was will ich heute erledigen, was sind meine Prioritäten für heute? Horizont 2 umfasst die Monatspläne, was möchte ich diesen Monat, was möchte ich in diesem Quartal machen? Je nachdem, in welchem Bereich du dich bewegst oder wie viel Veränderung in deinem Leben gerade stattfindet, kann das eine Zeitspanne von bis zu sechs Monaten umfassen. Was möchte ich in diesem Zeitraum geschafft haben, in den nächsten ein, zwei, drei bis sechs Monaten? Und Horizont 3 definiert, wo möchte ich in ein paar Jahren stehen? Viele Menschen planen für die nächsten drei bis fünf Jahre. Es geht also um kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele.

Die meisten Menschen, die ich kenne, betreiben Planung in Horizont 1 und Horizont 3. Und „The missing Link“ ist Horizont 2, denn wenn man diesen auslässt, dann geht es einem so wie dem Mitarbeiter, der vier Wochen vor seinem nächsten Jahresgespräch mit seinen Vorgesetzten nachschaut, welche Ziele überhaupt vereinbart waren.

Ich finde das eine spannende Geschichte, und ich glaube, ich bekomme das nicht mal eben so in zehn Minuten hin. Meine Erfahrung ist: Visualisieren ist angesagt! Kanban ist eine wunderbare Methode, dazu werde ich auch nochmal eine Episode machen, ich persönlich mache es mit Trello. Das soll aber keine Werbung sein, und es gibt noch andere Anbieter, MeisterTask und wie sie alle heißen, die kostenlos sind und wo man es softwarebasiert wunderbar machen kann. Oder man kauft sich ein großes Flipchart, einen Block und Klebezettel, denn damit kann man das auch machen.

Das Entscheidende ist herauszufinden, welche Rolle die Ebene 2 für das Ziel des Horizonts 3 bedeutet. Und was heißt das für mich im Tagesgeschäft? Das Ganze hat etwas miteinander zu tun, ich plane mein Tagesgeschäft nicht, ohne Horizont 2 zu kennen. Ich weiß nicht, ob du die Methode „The one Thing“ kennst? Ganz verkürzt dargestellt, überlege dir jeden Tag, was „The one Thing“ ist, das eine Ding, das dich weiterbringt. Viel spannender an dieser Methode ist jedoch das Herunter kaskadieren von großen Zielen zu kleinen Zielen oder kleinen Zwischenschritten. Was ist dein Ziel, dass du irgendwann erreicht haben willst, dein „Irgendwann-Ziel“ oder auch „Sunday Goal“, wie sie es bei „The one Thing“ nennen? Man könnte es auch „Vision“ nennen, welche Vision hast du? Basierend auf dem „Sunday Goal“, was ist dein „Five Year Goal“, was ist dein Fünfjahresziel? Was aus diesem Five Year Goal ist dein One Year Goal, dein Einjahresziel? Was aus diesem Einjahresziel ist dein Monthly Goal, dein Monatsziel? Aus diesem Monatsziel, was ist dein Wochenziel? Was aus diesem Weekly Goal ist dein Daily Goal? Und was bedeutet dieses Daily Goal für dich right now, also für den jetzigen Moment?

Es ist total spannend, das durchzuspielen, und zwar angefangen von deinem „Irgendwann-Ziel“. Das klingt alles total easy, aber du wirst merken, dass es das nicht. Es ist auch sehr komplex, das durchzuspielen, weil es viele Schritte sind. Und da finde ich diese Horizont 1/2/3-Einteilung etwas praktikabler. Aber letztendlich ist der Gedanke dahinter exakt derselbe.

Überlege dir als Führungskraft und Vater, was ist dein Horizont 3-Ziel? Oder vielleicht auch unabhängig davon, Führungskraft und Vater zu sein, was ist dein Ziel für dein Leben? Wo möchtest du in drei bis fünf Jahren stehen? Und dann frage dich ganz ehrlich, was heißt das auf den Ebenen von Horizont 2 für dich? Wo möchtest du in ein, zwei oder sechs Monaten stehen? Und was heißt das dann eben auch für die kurzfristige Planung, was musst du heute und in dieser Woche anpacken?

Ich wünsche dir ganz viel Spaß, wenn du Bock hast, dich damit auseinanderzusetzen. Ich hatte es in der letzten Folge bereits in einem anderen Zusammenhang erwähnt, wenn du einen Sparringspartner brauchst, jemanden, der dich etwas unterstützt bei dieser Definition von Zielen und dem Herunterbrechen, dann sprich mich gerne an, schreibe mir eine Mail über meine Webseite www.stefanmantel.com/kontakt. Dort kannst du mir eine Nachricht schicken oder dir auch direkt über den Kalender zwanzig Minuten mit mir kostenlos reservieren. Während dieses Gesprächs schauen wir, was wir dann schon geklärt bekommen. Wenn es nur eine einfache Frage ist, reicht das im Regelfall, und wenn es komplexer ist, prüfen wir, wie ich dich unterstützen kann.

Jetzt wünsche ich dir eine ganz, ganz tolle Woche. Viel Spaß auf Arbeit, viel Spaß mit deinen Kids, und wir hören uns am nächsten Montag wieder. Dir bis dahin eine gute Zeit, dein Stefan Mantel.