Kleine Schritte – große Sprünge! In dieser Episode von „Führung ist ein Kinderspiel“ klären wir, wann du eher kleine Schritte in Richtung Vereinbarkeit von Job und Privatleben gehen und wann du eher einen großen Sprung wagen solltest.

Willkommen zu „Führung ist ein Kinderspiel“, der Podcast für Väter, die in Führungsverantwortung arbeiten. Hier bespreche ich mit dir Tipps und Strategien, wie du als Führungskraft und Vater abends keine beruflichen Aufgaben unerledigt hast, so dass du pünktlich zum Abendbrot zu Hause bist. Ich helfe dir, zufrieden mit deinem Leben zu sein, ohne Angst haben zu müssen, auf dem Sterbebett etwas zu bereuen.

Hallo und herzlich willkommen, hier ist Stefan Mantel von stefanmantel.com. Ich freue mich, dass du auch dieses Mal wieder eingeschaltet hast. Heute möchte ich mit dir gemeinsam der Frage nachgehen, wann es Sinn macht, eher kleine Schritte in Bezug auf dein Ziel „Vereinbarkeit leben zu können“ zu gehen, und wann es sinnvoller ist, einen eher großen Sprung zu machen. Diese Episode ist ein weiterer Beitrag zur Blog- oder Podcast Parade von Olaf Kapinski und bezieht sich auch auf die letzte Episode, die am vergangenen Montag hier auf „Führung ist ein Kinderspiel“ erschienen ist. Wenn du sie noch nicht gehört hast, dann jetzt sofort diese Folge abschalten und erst einmal die andere anhören!

Um was geht es? Olaf hat zur Blogparade aufgerufen, und es ging in der letzten Folge darum, setzt du dir lieber große Ziele oder liebe kleine Ziele? Ich habe gesagt, dass man diese Frage gar nicht so einfach beantworten kann, es hat alles seine Gefahren, und es hat alles seine Vorteile. Ich möchte aber an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass ich ein großer Freund davon bin, sich Ziele zu setzen. Ich möchte dir zwei Zitate an die Hand geben, die du vielleicht schon mal gehört hast. Eines stammt von Lessing, der sagte, „der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als derjenige, der ohne Ziel umherirrt“. Und ich glaube, das ist auch in Bezug auf Vereinbarkeit so beziehungsweise wenn ich sage, dass ich das Leben leben möchte, von dem ich am Ende sagen kann, „so und nicht anders habe ich es gewollt“. So lange du überhaupt keine Vorstellung davon hast, wo du hinwillst und wie du dein Leben leben willst, wirst du auch nicht ankommen.

Mark Twain hat gesagt, und das ist das zweite Zitat, das ich dir mitgeben möchte, „kaum verloren wir das Ziel aus den Augen, verdoppelten wir unsere Anstrengungen“. Das ist es, was ich manchmal bei Führungskräften erlebe, das Ziel ist unklar, wo möchte ich denn hin mit meinem Leben? Und man rackert sich ab! Und das sind sehr häufig Führungskräfte, die beruflich sogar ständig mit Zielen zu tun haben. Sie formulieren mit ihren Mitarbeitern Ziele, sie formulieren gemeinsam mit ihren Vorgesetzten Ziele, und trotzdem schaffen sie es nicht, für sich und für ihr eigenes Leben Ziele zu formulieren, um einen Punkt zu haben, zu dem sie hinwollen.

Jetzt zum heutigen Thema, kleine Schritte oder große Sprünge, wie kommst du zum Ziel? Und der Unterschied ist, jetzt mal in „fachwörtig“ ausgedrückt: Kaizen oder Innovation? Den Gedanken hinter Kaizen hatte ich beim letzten Mal bereits kurz angedeutet. Es geht darum, mit einer ganz geringfügigen Veränderung, mit einem ganz kleinen Schritt in Richtung Ziel zu gehen. Ein Minischritt und noch ein Minischritt, morgen noch ein Minischritt, nächste Woche noch einen, und irgendwann bin ich an meinem Ziel angekommen. Der Charme dieser Methode ist aus meiner Sicht, dass sie lange nicht so angstbesetzt ist, als wenn ich einen großen Schritt gehen müsste, um etwas komplett Neues zu beginnen. Heute muss ich nur einen Minischritt gehen. Vielleicht muss ich heute auch erst einmal gar keinen Schritt gehen, sondern nur das Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagern. Ich muss mir nicht vornehmen, einen Halbmarathon zu laufen oder bereits heute einen Kilometer zu laufen, nein, ich stelle mein Auto vielleicht etwas weiter weg von meiner Wohnung und laufe die wenigen Meter mehr. Oder ich achte heute darauf, dass ich weniger Aufgaben zurück delegiert bekomme. Oder ich achte heute darauf, dass ich pünktlich aus dem Meeting rausgehe und mich nicht wieder mit meinem Kollegen verquatsche. Ich achte heute darauf, dass ich meine Tochter pünktlich von der Kita abhole und nicht wie sonst anrufen muss, dass ich zehn Minuten später komme.

Das können kleine Schritte sein. Und der Gedanke hinter Kaizen ist, mal etwas ganz stumpf formuliert, jeden Tag werde ich ein Stückweit besser und mache einen weiteren kleinen Schritt in Richtung meines Ziels. Um nochmal ein anderes Fachwort zu benutzen, es ist eher ein iteratives Vorgehen. Das sieht bei Innovation ganz anders aus. Innovation ist ein radikaler Veränderungsprozess, bei dem eine Veränderung innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne stattfindet. Ich mache etwas völlig anders, als ich es vorher getan habe. Das wäre eher ein disruptives Vorgehen.

Im Berufskontext werden das die meisten von euch vielleicht sogar kennen und auch wissen, wo sie eher innovativ und wo sie eher im Sinne von Kaizen vorgehen würden. Wann brauchst du aber das eine, und wann brauchst du das andere, um deinen persönlichen Zielen näherzukommen? Da erlebe ich immer wieder große Unsicherheit. Viele kleine Schritte sind eben nicht das Gleiche wie ein großer Sprung. Wenn du auf einem Stuhl stehst und herunterkommen willst, dann probiere mal, das mit kleinen Schritten zu machen. Dann wirst du auf die Fresse fliegen!

Ich möchte dir zwei Beispiele nennen, wie diffizil dieses Thema ist. Wenn du zu Hause viele Mäuse hast, ich hoffe, du hast das nicht, aber es könnte ja sein, dann nutzt du als Beispiel einen Baseballschläger, um diese Mäuse tot zu hauen, wenn sie dir ab und zu über den Weg laufen. Zack – tot das Ding, das kann man packen und in die Tonne schmeißen! Wenn du jetzt im Sinne von Kaizen vorgehst, dann würdest du dir überlegen, welche Schlagtechnik du benutzen kannst, um noch mehr Mäuse zu treffen. Wo musst du dich postieren, um vielleicht mehr Mäuse zu treffen? Wo sind die Mäuselöcher, in denen sie sich verstecken? Du könntest dir auch überlegen, dir einen anderen Baseballschläger zu besorgen. Oder schnitzt du dir den Schläger, den zu hast, nochmal anders? Vielleicht nimmst du einen breiteren und schwereren, damit die Viecher endlich mal richtig platt sind und sich nicht quälen und dauernd herumwimmern! Das wäre Kaizen.

Innovation wäre zu überlegen, brauche ich diesen Baseballschläger überhaupt oder kann ich mir Mausefallen bauen, die ich aufstelle? Gehe ich in den Baumarkt und kaufe mir welche? Oder gehe ich in die Tierhandlung und kaufe mir eine Katze? Das hat nichts mehr mit kleinen Schritten zu tun, sondern da tust du etwas völlig anderes. Hier ist es relativ offensichtlich, was Sinn machen würde, denn jeder würde sagen, „hör doch mit der Schnitzerei an dem Baseballschläger auf und kauf dir ein Viech!“

Anderes Beispiel, wo es genau andersherum ist. Du hast zu Hause ein kaputtes Fahrrad. Du wohnst wie ich in einer Großstadt, sagen wir mal Berlin, und jetzt überlegst du dir, dieses Fahrrad nervt total, es hakelt, die Kette springt dauernd ab, das macht keinen Sinn. „Innovation ist gefragt, ich kaufe mir ein schnelles, richtig geiles Auto!“ Der Sprung vom Fahrrad zum Auto ist absolut innovativ. Bloß: Ich weiß nicht, ob du Berlin kennst? Das nützt dir nichts, weil die Straßen voll sind. Du bist im Zweifelsfall genauso langsam oder nur ganz unbedeutend schneller als vorher mit deinem kaputten Fahrrad. Was wäre viel hilfreicher? Bring es in die Werkstatt oder wenn du handwerklich begabt bist, dann repariere es selbst. Neue Kette drauf, vielleicht nochmal die Gangschaltung neu justieren, Reifen vernünftig aufpumpen, vielleicht auch ein paar Euro investieren die neuen, unplattbaren Reifen, und du siehst, zack, du bist viel schneller. Hier wäre eher Kaizen angesagt, kleine Schritte gehen, vielleicht nochmal die Route optimieren, gucken, wo kann ich mich an den großen Straßen vorbeischlängeln, wo kann ich Wege finden, die abseits der Ampeln liegen? Denn es macht überhaupt keinen Sinn, sich ein Auto zu kaufen, wenn ich in Berlin unterwegs bin.

Jetzt meine Frage an dich, und das, glaube ich, kann nur jeder für sich selbst beantworten: Was würde dich entscheidend weiterbringen? Was ist der Weg, damit du zufriedener bist mit deinem Leben hinsichtlich der Verbindung, Führungskraft und Vater zu sein? Musst du eher eine Innovation starten, musst du etwas komplett anders machen oder musst du lediglich an ein paar kleinen Stellschrauben drehen? Vielleicht musst du weniger Sitzungen in die Nachmittage legen, vielleicht musst du schauen, wie du mit deinen Mails umgehst, Inbox Zero. Oder du sagst deinen Kollegen und Mitarbeitern, „setzt mich hier nicht in CC: oder da doch“. Vielleicht wird in deiner Abteilung zu viel und zu wirr kommuniziert und du entscheidest, „wir machen jetzt etwas völlig Neues in diesem Bereich“. Oder ich schaue insgesamt, wie ich mich strukturiere. Das wäre dann eher ein innovatives Vorgehen.

Wenn du dabei Hilfe, Unterstützung oder einen Sparringspartner benötigst, dann sprich mich gerne an. Geh auf meine Homepage www.stefanmantel.com/kontakt und schreibe mir eine Nachricht oder noch einfacher, klicke auf den dortigen Link und reserviere dir kostenlos zwanzig Minuten meiner Zeit, und wir schauen, was wir in diesen zwanzig Minuten geklärt bekommen. Wir werden dein Problem nicht in Gänze lösen können, aber ich glaube, wir kommen so weit, dass du ein Gefühl dafür bekommst, ob ich dich auf diesem Weg unterstützen kann.

Ich wünsche dir jetzt erst einmal eine ganz, ganz tolle Woche, und wir hören uns nächste Woche wieder. Es würde mich total freuen, wenn du dann wieder einschaltest. Dir bis dahin eine janz, janz tolle Zeit, dein Stefan Mantel.