Diese Episode ist mein Beitrag zur Blogparade von Olaf Kapinski  vom Leben-Führen-Podcast.

Kleine Ziele? Große Ziele! In dieser Episode von „Führung ist ein Kinderspiel“ möchte ich mit dir darüber sprechen, warum du deine kleinen Ziele kleiner und deine großen Ziele größer machen solltest.

Willkommen zu „Führung ist ein Kinderspiel“, der Podcast für Führungskräfte, die auch Vater sind. Hier bespreche ich mit dir Tipps und Strategien, wie du als Führungskraft und Vater abends keine beruflichen Aufgaben unerledigt hast, so dass du pünktlich zum Abendbrot zu Hause bei deiner Familie bist. Ich helfe dir, zufrieden mit deinem Leben zu sein, ohne Angst haben zu müssen, auf dem Sterbebett etwas zu bereuen.

Hallo und herzlich willkommen. Hier ist Stefan Mantel von stefanmantel.com. Ich freue mich, dass du auch dieses Mal wieder eingeschaltet hast. Heute möchte ich mit dir der Frage nachgehen, warum du deine kleinen Ziele noch kleiner machen solltest und deine großen Ziele noch größer. Diese Episode ist ein Beitrag zur Blogparade oder man müsste eher sagen zur „Podcastparade“ von Olaf Kapinski. Olaf betreibt den Podcast „Leben führen“.

Worum geht es? Ich habe gesagt, „mach deine kleinen Ziele kleiner und deine großen Ziele größer“, und dabei geht es genau um die Frage, die Olaf gestellt, hat, nämlich: Wenn du dir etwas vornimmst, sind dann große Ziele besser oder sind kleine Ziele besser? Und ich sage jetzt mal ganz eindeutig, ich glaube, die Führungskraft, der Vater ist gut dran, der beides kann und der möglichst flexibel ist, je nachdem, was gerade angezeigt ist. Aber lass uns näher hinschauen. Mach deine großen Ziele größer. Warum ist das wichtig? Viele von uns setzen sich große Ziele. „Ich möchte nicht mehr Gruppenleiter sein, sondern Abteilungsleiter.“ „Ich möchte ein größeres Auto haben.“ „Ich möchte irgendwann ein eigenes Haus auf dem Land besitzen.“ „Ich möchte einmal nach Australien reisen“ oder was weiß ich, was man sich so an Zielen setzt.

Ich glaube, es ist wichtig, immer zu fragen, was ist das Ziel hinter dem Ziel, was ist mein „Warum“? Warum möchte ich Bereichsleiter werden? Warum möchte ich ein Haus auf dem Land haben? Was möchtest du damit für dich erreichen? Und das kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt denjenigen, der sagt, wenn er ein Haus auf dem Land hat, dann funktioniert das Abschalten besser, dann funktioniert dieses oder jenes besser. Dabei ist es sehr wichtig, ganz ehrlich zu sich zu sein. Weshalb möchte ich das dicke Auto haben? Ich finde das nicht verwerflich, nur bin ich nicht der Typ, der auf dicke Autos steht, aber es gibt Menschen, die Bock auf dieses Fahrgefühl haben. Es ist ihnen wichtig, weil ihre Kollegen auch dicke Autos fahren und sie das entsprechende Standing brauchen. Sie fahren dreimal im Jahr nach Norwegen hoch, und da möchten sie einen wie auch immer gearteten VW Bulli haben. Ich glaube, man tut gut daran, sich immer wieder zu fragen, warum dieses Ziel wichtig ist, warum, warum, warum? Sonst besteht die ganz große Gefahr, dass du zwar einem Ziel nacheiferst, dass du jedoch, sobald du es erreicht hast merkst, dass es gar nicht das bringt, was du dir davon versprochen hast. Um es mal in einem Bild zu benennen, du kletterst die Leiter hoch und kletterst und kletterst, erreichst ein Ziel nach dem anderen, und wenn du ganz oben bist, merkst du, „Scheiße, die Leiter steht an der falschen Wand!“

Ich weiß nicht, ob du Simon Sinek kennst, er hat das Buch „Start with Why“ geschrieben, starte mit dem „Warum“. Und ich glaube, wir tun gut daran, uns zuerst nach dem „Warum“ zu fragen, wenn wir mit großen Zielen arbeiten. Warum ist mir dieses Ziel wichtig, was ist meine Vision dahinter? Das hat wenig mit Esoterik zu tun, aber was ist meine Mission, und passt dieses Ziel mit meinen Werten zusammen? Es gibt eine Anekdote von Heinrich Böll, die „Geschichte zur Senkung der Arbeitsmoral“, die hat er in den Sechziger Jahren geschrieben. Ein Tourist trifft einen Fischer in einem südlichen Land. Dieser Fischer liegt ganz entspannt am Strand, und sein Boot ist nicht zu Wasser gelassen. Der Tourist fragt den Fischer, wie viel er denn heute schon gefangen hätte. Der Fischer sagt, „ich bin ganz zufrieden, es reicht für heute, und für morgen reicht es auch. Jetzt habe ich Feierabend.“ Da sagt der Tourist, „wenn Sie aber jetzt noch weitere Fische fangen würden, dann hätten Sie vier Tage lang ausgesorgt. Und dann könnten Sie, wenn Sie noch eine Stunde länger arbeiten würden, noch etwas von Ihrem Fang verkaufen. Das machen Sie einige Monate lang, und dann haben Sie richtig viel Geld. Dann kaufen Sie sich ein größeres Boot, damit Sie noch mehr fangen können. Und dann können Sie sich vielleicht ein zweites Boot kaufen und Personal einstellen. Und irgendwann brauchen Sie gar nicht mehr selber zu arbeiten und können schön am Strand liegen.“ Und der Fischer antwortet, „aber das kann ich doch jetzt schon!“

Ich finde den Gedanken dahinter sehr gut, sich immer wieder zu fragen, was möchte ich langfristig erreichen, und ist das der einzige Weg, dort hinzukommen? Habe ich das Gewünschte anteilig bereits erreicht? Darf ich mir das jetzt schon erlauben? Ich werfe eine gewagte These in die Podcastwelt: Letztendlich wollen wir mit unseren Zielen immer bestimmte Gefühle erreichen, ein Glücksgefühl, ein Gefühl der Sicherheit, was auch immer. Und braucht es dafür wirklich das, was ich als Ziel definiert habe? Gibt es vielleicht einen anderen Weg? Erreiche ich mit diesem definierten Ziel überhaupt das, was ich mir davon verspreche?

Was ist das Problem bei großen Zielen? Viele Menschen erleben immer wieder, dass sie scheitern, wenn sie sich ein großes Ziel vornehmen. Das heißt, sie sind demotiviert. Die Gefahr bei großen Zielen ist, wenn wir nicht sauber damit arbeiten, dann nehmen wir uns etwas vor, was wir nicht schaffen, und das führt zu einem negativen Selbstbild. Sylvestervorsätze sind ein gutes Beispiel dafür, wobei es da oft an den Inhalten der Ziele scheitert. Die Sylvestervorsätze schauen wir uns in einer anderen Episode zu einem späteren Zeitpunkt nochmal an. Mach deine großen Ziele größer und frage nach dem „Warum“.

Am Anfang habe ich auch gesagt, dass du deine kleinen Ziele kleiner machen sollst. Welcher Gedanke steckt dahinter? Vielleicht kennst du den Spruch, „jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt“. Ich würde sagen, jede Reise oder jeder Schritt beginnt mit dem Verlagern des Gewichts von einem Fuß auf den anderen. Die kleinen Schritte, die wir uns vornehmen, die sind manchmal schon viel zu groß. Da ist der Vater, der als Führungskraft richtig eingespannt ist, und der nimmt sich vor, immer pünktlich Feierabend zu machen. Das kann ich mir vornehmen, aber wir wissen doch alle, du und ich, dass das zum Scheitern verurteilt ist. Das wird er spätestens übermorgen nicht mehr schaffen. Er sollte sich besser vornehmen, „ich möchte nächsten Montag nicht erst um 20:00 Uhr gehen, sondern schon um 18:00 Uhr“. Oder „ich gehe ab sofort einmal pro Woche ins Fitnessstudio“. Das ist ein kleines Ziel, aber wer schafft das denn schon? Die wenigsten Menschen, die ich kenne, schaffen das. Stattdessen könnte man sich vornehmen, sein Auto fünfhundert Meter weiter weg zu parken und den Weg zur Wohnung zu laufen. Das ist realistisch!

Jetzt kann man natürlich sagen, ich höre es schon von überall her, „Mantelchen, das ist gut und schön, aber nur, weil ich fünfhundert Meter mehr laufe, werde ich nicht körperlich fitter“. Das weiß ich auch, aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ich erlebe dadurch eine Selbstwirksamkeit, ich erlebe, dass das, was ich mir vorgenommen habe, funktioniert. Und das ist das Wichtige. Es gibt unzählige Beispiele, wo es funktioniert. Und ich glaube, je eingespannter, je gestresster, je näher wir am Limit sind, umso sinnvoller ist es, dass wir uns kleine Ziele vornehmen. Nicht umsonst arbeiten Burn-out-Kliniken, die sich mit solchen Themen beschäftigen, ebenfalls dieser Methode der kleinen Schritte. Wenn ich täglich diese fünfhundert Meter gegangen bin, dann nehme ich mir nach einem Monat den nächsten kleinen Schritt vor.

Ich möchte dir ein Zitat von John Wooden an die Hand geben, einer der erfolgreichsten Basketballtrainer in der Geschichte dieses Sports. Er hat gesagt, „wenn man jeden Tag etwas besser wird, dann geschehen eines Tages große Dinge“. Wenn man seine Kondition täglich ein wenig verbessert, dann hat man am Ende eine sehr viel bessere Kondition. Zwar nicht morgen und nicht übermorgen, aber eines Tages zieht man daraus einen großen Gewinn. Und das finde ich ein schönes Bild. Dann brauche ich keine großen Ziele mehr, sondern dann geht es eher nach dem Zitat von Martin Walser, „dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße“. Ich mache den ersten Schritt und den zweiten und den dritten, und irgendwann komme ich an meinem Ziel an, ohne dass ich es vorher definiert habe. Von daher mein Tipp: Mach deine kleinen Ziele kleiner, um nicht in einen Leistungsdruck hineinzukommen. Dann merkst du, dass du es schaffen kannst. Mach deine großen Ziele größer, mach deine kleinen Ziele kleiner.

So viel zunächst dazu heute in der Episode. Die nächste Episode wird auch nochmal auf dieses Thema eingehen, da werde ich es jedoch von einer anderen Seite beleuchten. Es wird um Kaizen und um Innovation gehen und um den Link zwischen großen und kleinen Zielen. Ich würde mich total freuen, wenn du auch wieder mit dabei bist. Dir bis dahin eine gute Zeit, dein Stefan Mantel.