Du und dein Sterbebett. In dieser Episode von „Führung ist ein Kinderspiel“ möchte ich mit dir darüber sprechen, warum es schon heute zu Lebzeiten wichtig ist, dir über deine Beerdigung Gedanken zu machen.

Willkommen zu „Führung ist ein Kinderspiel“, der Podcast für Väter mit Führungsjobs. Hier bespreche ich mit dir Tipps und Strategien, wie du als Führungskraft und Vater abends keine beruflichen Aufgaben unerledigt hast, so dass du pünktlich zum Abendbrot zu Hause bist. Ich helfe dir, zufrieden mit deinem Leben zu sein, ohne Angst haben zu müssen, auf dem Sterbebett etwas zu bereuen.

Hallo und herzlich willkommen, hier ist Stefan Mantel von stefanmantel.com. Ich freue mich, dass du auch dieses Mal wieder eingeschaltet hast und dass du die nächsten Minuten mit mir gemeinsam verbringen willst. Heute möchte ich mit dir besprechen, warum es wichtig ist, dass du dich schon heute zu Lebzeiten mit deiner eigenen Beerdigung auseinandersetzt, auch wenn du noch viele Jahre, hoffentlich sogar noch viele Jahrzehnte, vor dir hast. Bevor wir inhaltlich einsteigen, möchte ich dich gerne einladen, an meiner Challenge „Erfolgreich zufrieden: Meine perfekte Woche“ teilzunehmen. Da geht es unter anderem auch um das Sterbebett und um deine Beerdigung. Aber das ist nur ein ganz kleiner Teil dieser Challenge. Du kannst jetzt auf stefanmantel.com/challenge gehen und dich schon heute dafür eintragen, und dann bist du beim nächsten Durchgang auf alle Fälle mit dabei.

Sicherlich kennst du das in deinem Alltag als Führungskraft und Vater auch. Es gibt immer mehr Aufgaben, als man eigentlich schaffen kann. Und man ist fleißig dabei, hier abzuarbeiten, da abzuarbeiten, den Kindern gerecht zu werden, der Frau gerecht zu werden. Es ist in etwa so, als wärst du in Treibsand geraten. Ich weiß nicht, ob das schon mal gewesen bist, die wenigsten Menschen in unseren Breitengraden sind das, aber vielleicht hast du schon einmal gehört, was da passiert. Das ist keine witzige Sache. Im Treibsand ist es so, du wirst quasi eingesogen in den Sand. Und was machen die meisten Menschen, wenn sie das Gefühl haben, eingesogen zu werden? Sie wedeln wie wild mit ihren Armen und Beinen herum, um sich zu befreien, mit dem Effekt, dass sie immer tiefer in diesen Sand hineingeraten. Denn das ist genau das Verkehrte! Alles andere kannst du machen, aber wedle niemals mit Armen und Beinen, wenn du in Treibsand gerätst. Das Beste, was man machen kann, das ist, Arme und Beine weit auszustrecken, sich flach hinzulegen und ruhig zu atmen, weil man so nämlich seine Fläche vergrößert. Der Treibsand hat dann keine Chance, dich ganz zu schlucken.

Das kann man auch auf das Leben übertragen. Es ist nämlich höchst gefährlich, in eine solche Aktivitätsfalle hineinzutappen. Man arbeitet immer mehr und immer härter, man will vielleicht die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmen, will allen gerecht werden und merkt dabei gar nicht, dass das Ganze in eine völlig falsche Richtung läuft. Und da ist es im Leben wie im Treibsand einfach wichtig, innezuhalten und mal einen Schritt herauszutreten, raus aus der Mikroebene, rein in die Makroebene. Oder für diejenigen, denen Fremdwörter nicht so liegen: Raus aus der Froschperspektive, rein in die Adlerperspektive. Oder anders gesagt, lass mal den Stadtplan liegen und nimm dir die Weltkarte, einfach, um mal einen anderen Blick auf dich und dein Leben zu werfen. Wie geht das jetzt genau? Der Titel des Podcast verrät es.

Die Übung ist, stell dir deine eigene Beerdigung vor. Ich wünsche dir wirklich von Herzen, dass du noch viele Jahre, viele Jahrzehnte auf dieser Erde bleibst, aber irgendwann wirst du gehen müssen. Und stell dir jetzt den Tag deiner Beerdigung vor. Da sitzen Leute auf der Trauerfeier in der Kirche oder wo auch immer sie dann sitzen und wo diese Trauerfeier stattfindet, und was sagen diese Leute über dich und dein Leben? Was sollen deine Kinder über dich und dein Leben sagen, was soll deine Frau über dich und dein Leben sagen, deine Mitarbeiter, dein Chef, Freunde? Was sagen vielleicht Vereinskollegen des Vereins, in dem du dich ehrenamtlich engagiert hast? Was sollen sie an diesem letzten Tag, an dieser letzten Begegnung über dich sagen oder denken? Wie sollen sie dich in Erinnerung behalten? Diese Übung stammt nicht von mir, sondern sie stammt von Stephen Covey, der das Buch „Die sieben Wege zur Effektivität“ geschrieben hat. Und sein Gedanke dahinter ist, stell dir jetzt, mitten im Leben, dein Ende vor. Habe das Ende schon im Sinn, um deine Lebensvision, wenn man es mal ein bisschen abgehoben formulieren möchte, schon jetzt zu kennen. Wo möchtest du mal hin? Was sollen die dir wichtigen Menschen über dich sagen?

„Was ist denn das für ein Quatsch, was der Mantel mir da gerade erzählt?“, wirst du vielleicht denken. Wir gehen jedoch in vielen Bereichen unseres Lebens genau so vor. Wer schon mal einmal Haus gebaut hat, weiß das. Da überlegst du doch auch nicht zuerst, welche Nägel du nimmst, welche Holzlatten und welche Badewanne du kaufst. So geht kein Mensch vor, wenn er ein Haus baut. Wenn du nicht selbst Architekt bist, dann besprichst du deine Ideen mit einem Architekten. Wie viele Stockwerke soll das Ding haben, soll es ein Flachdach haben oder eben nicht? Wie viele Fenster und Zimmer soll das Haus haben und wie viele Quadratmeter? Auch da gehst du vom Ende, vom Ergebnis aus. Und dann wird geguckt, okay, was brauchen wir für dieses Haus? Wie viele Latten brauchen wir, wie viele Nägel, welche Gewerke braucht das? Da wird genau so vorgegangen. Bloß bei unserem Leben machen wir das nicht. Jetzt kann man sich fragen, vielleicht sind Häuser wichtiger als dein Leben? Dann kann ich dir nur von dieser Übung abraten. Wenn das jedoch nicht so ist, wenn dir dein Leben wichtiger ist als der Bau eines Hauses, dann macht es vielleicht Sinn, einmal über die eigene Beerdigung nachzudenken.

Das Ganze nennt man auch „Reverse Engineering“. Vielleicht hast du das Wort schon einmal gehört. Wenn man es bei Google oder Wikipedia eingibt um herauszubekommen, was „Reverse Engineering“ ist, Vorsicht, dann kommt folgende Definition: „Reverse Engineering“ bezeichnet den Vorgang, aus einem bestehenden fertigen System oder aus einem fertigen Produkt durch Untersuchung der Strukturen, Zustände und Verhaltensweisen die Konstruktionselemente zu extrahieren. Das heißt, man probiert, aus dem fertigen Objekt den Bauplan zu extrahieren. Bloß nicht diese olle Definition merken, aber der Gedanke ist klar, denke ich. Ich habe ein fertiges Produkt und probiere herauszufinden, wie es gebaut wurde.

Und nichts Anderes ist letztlich diese Beerdigungsübung. Du guckst dir das Produkt am Ende an, und wenn du weißt, was herauskommen soll, dann ist es doch viel leichter zu schauen, wie der Bauplan ist. Was muss ich jetzt tun, damit am Ende meines Lebens meine Frau, meine Kinder oder meine Mitarbeiter so über mich denken? Die Personen sind austauschbar. Der Gedanke dahinter ist eben, ich gucke vom Ende hin zum Anfang. Und wenn wir das nicht machen, weil es nicht unbedingt eine angenehme Übung ist, dann besteht tatsächlich die Gefahr, dass wir einer Welt leben, wo wir nur reagieren. Wir sind im Reaktionsmodus. Wir reagieren auf unsere Familie, auf die Kollegen, auf fremde Terminkalender. Wir reagieren auf Umstände, auf unseren Chef, auf die Mitarbeiter, auf wen auch immer. Aber wir werden niemals proaktiv sein. Und das ist doch der Reaktionsmodus, hier kommt was, da kommt was, und da kommt noch was, was für viele, gerade für Führungskräfte, die gleichzeitig Väter sind, total anstrengend ist.

Und ich möchte dich an dieser Stelle schon mal ein bisschen heiß und kribbelig machen auf eine der nächsten Podcastepisoden, bei der ich etwas darüber erzählen werde, was Sterbende auf dem Sterbebett am meisten bereuen. Ich weiß nicht, ob du Bronnie Ware kennst, das ist die Dame, die das Buch „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ geschrieben hat. Darüber möchte ich mich mit dir in einer der nächsten Podcastepisoden unterhalten. Denn ich glaube, dass wir ganz viel von diesen Menschen lernen können. Nicht, weil sie älter und weiser als wir sind, das ist Bullshit, aber als junge Führungskräfte, wen nimmt man sich da zum Vorbild? Die Führungskräfte, die das schon lange gemacht haben. Als Tennis-Youngster, wen nehme ich mir zum Vorbild, bei wem gucke ich mir etwas ab? Bei den Leuten, die schon seit Jahrzehnten Tennis spielen. Und wieso soll ich mir als Fünfunddreißigjähriger oder als Vierzigjähriger wie ich jetzt gerade nicht etwas abgucken von den Leuten, die am Ende ihres Lebens sind, um zu schauen, was sie vielleicht bereuen? Was würden sie in der Retrospektive anders machen? Darüber werden wir uns, wie gesagt, in einer der nächsten Podcastfolgen kümmern.

Was kannst du jetzt also tun? Ich habe es am Anfang bereits gesagt, ich würde dich einladen, bei meiner Challenge „Erfolgreich zufrieden. Deine perfekte Woche“ mitzumachen, denn dort ist eine der Übungen, dir eben deine Beerdigung mal vorzustellen. Du erhältst von mir einige Arbeitsblätter dazu, und dann geht das mit etwas Struktur deutlich leichter, als wenn man sich vor einen leeren Zettel setzt.

Für heute danke ich dir erstmal total, dass du mir dein Ohr geliehen hast, dass du Zeit mit mir verbracht hast. Und ich würde mich wirklich freuen, wenn du nächste Woche bei „Führung ist ein Kinderspiel“ wieder mit dabei bist.