In dieser Episode von „Führung ist ein Kinderspiel“ möchte ich mit dir darüber sprechen, warum du auf die Frage, „wie bekomme ich Privates und Berufliches unter einen Hut?“ niemals, aber auch wirklich niemals eine befriedigende Antwort bekommen wirst.

Willkommen zu „Führung ist ein Kinderspiel“, dem Podcast für Väter mit Führungsverantwortung. Hier bespreche ich mit dir Tipps und Strategien, wie du als Führungskraft und Vater abends keine beruflichen Aufgaben unerledigt hast, so dass du pünktlich zum Abendbrot zu Hause bist. Ich helfe dir, zufrieden mit deinem Leben zu sein, ohne Angst haben zu müssen, auf dem Sterbebett etwas zu bereuen.

Hallo und herzlich willkommen. Hier ist Stefan Mantel von stefanmantel.com. Ich freue mich, dass du auch dieses Mal wieder eingeschaltet hast. Heute möchte ich mit dir darüber sprechen, warum du auf die Frage, „wie bekomme ich Privates und Berufliches unter einen Hut?“ niemals und von niemandem eine wirklich befriedigende Antwort bekommen wirst. Bevor wir inhaltlich einsteigen, möchte ich dich aber kurz zu meiner Challenge „Erfolgreich zufrieden. Deine perfekte Woche“ einladen. Deine Arbeit als Führungskraft macht dir großen Spaß, du liebst die Herausforderung und möchtest Karriere machen. Auf der anderen Seite hast du aber ein dauerhaft schlechtes Gewissen deinen Kindern gegenüber, weil du eigentlich zu wenig Zeit für sie hast. Mit meiner Challenge „Erfolgreich zufrieden. Deine perfekte Woche“ möchte ich dir ein Tool an die Hand geben, das es dir ermöglicht, einen Schritt aus dem täglichen Stress herauszutreten. Du bekommst Klarheit darüber, wie ein Leben aussieht, indem du beruflich erfolgreich und zufrieden mit dir selbst bist, ohne ein schlechtes Gewissen deinen Kindern gegenüber zu haben.

Das Ganze ist für dich absolut kostenlos. Das einzige, was du tun musst ist, dich auf meiner Webseite www.stefanmantel.com/challenge einzutragen. Dann bist du beim nächsten Durchgang mit dabei. Sicherlich hast du dir auch schon einmal die Frage gestellt, wie soll ich das Ganze, diesen ganzen Anforderungen unter einen Hut bekommen? Jetzt kann man sich natürlich fragen, wie groß soll dieser Hut eigentlich sein, unter den das alles kommt? Und diese Frage lässt sich relativ präzise beantworten. Die Antwort lautet: 1.440. 1.440 Minuten ist nämlich das Zeitkontingent, was jeder von uns, egal ob jung, alt, Mann, Frau, Vater oder kinderlos jeden Tag zur Verfügung hat. Das ist also die Größe deines Hutes, und damit ist Zeit spannenderweise das einzige Gut, das wirklich fair verteilt ist. Geld ist es nicht, Nahrungsmittel sind es nicht, Sonne ist es auch nicht, aber die Zeit, die ist das einzige Gut, was jeder Mensch gleich hat, nämlich jeden Tag 1.440 Minuten.

Ich möchte dir Zahlen aus zwei Studien nennen, und zwar einmal aus der Shape Studie des Mediziners Walter Krumm. Er hat Führungskräfte nach ihrer Zeit befragt, für was sie gerne mehr Zeit hätten oder auch, wo sie zufrieden sind. Drei Zahlen dazu. Sechzig Prozent dieser Führungskräfte hätten gerne mehr Zeit für ihre Kinder, also über die Hälfte aller Führungskräfte hätte gerne mehr Zeit für ihre Kinder. Siebzig Prozent der befragten Führungskräfte hätten gerne mehr Zeit für ihre Partnerin, und achtzig Prozent der Führungskräfte hätten gerne mehr Zeit für sich selbst. Achtzig Prozent! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

In einer anderen Studie, und zwar des Galileo Instituts für Human Excellence, wurden ebenfalls Führungskräfte befragt. Und von hundert befragten Personen sagten dort achtzig, dass sie sich beruflich erfolgreich fühlen, aber privat unzufrieden sind. Absoluter Wahnsinn! Über Dreiviertel der befragten Führungskräfte fühlen sich beruflich erfolgreich, sind aber privat unzufrieden. Und von diesen Befragten stellen sich nur achtundzwanzig Prozent die Frage, was will ich wirklich? Und ich glaube, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der privaten Unzufriedenheit und diesem Fehlen des Fragens, was möchte ich wirklich? Die Frage, wie bekomme ich das alles unter einen Hut ist nämlich eine völlig falsche Frage. Die Frage ist doch eher, was soll überhaupt in meinen Hut? Die Größe ist vorgegeben, und es geht doch nicht darum, sämtliche Dinge hineinzuquetschen, sondern die Frage ist doch eher, was möchte ich, das in meinem Hut Platz findet? Oder mal etwas grammatikalisch besser ausgedrückt: Was muss in meinem Leben Platz finden, damit ich zufrieden bin? Und das kann man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Was muss in meinem Leben Platz finden, damit ich zufrieden bin? Und das ist eine völlig andere Frage als, wie bekomme ich das alles unter einen Hut? Es sind zu viele Anforderungen, ich schaffe das nicht! Und das Umfeld sagt meist etwas Ähnliches, und dann kann man sich gegenseitig bemitleiden.

Der Unterschied bei diesen Fragen, das mag jetzt als Korinthenkackerei erscheinen, ist es aber aus meiner Sicht nicht, wenn es darum geht, wie bekomme ich das alles unter einen Hut, dann meint man, man hätte ein Zeitproblem oder ein Organisationsproblem. Wenn ich es nur gut genug manage, dann bekomme ich das unter einen Hut! Die meisten Menschen haben allerdings kein Zeit- oder Organisationsproblem, die meisten Menschen haben ein Gewichtungs- oder Entscheidungsproblem. Wenn ich mich nämlich frage, was in diesen Hut hinein soll, dann muss ich eine Entscheidung fällen, dann muss ich Prioritäten setzen. Ich muss gewichten. Und es geht nicht um die Frage, was mache ich als erstes und was als zweites und was als drittes und was als fünftes, siebtes, achtes, neuntes? Es geht darum, was mache ich, und was lass ich sein? Und das ist die entscheidende Frage. Ich werde irgendwann einmal, wenn ich ganz viel Zeit habe, ein Übersetzungsbuch schreiben. Ich weiß nicht, ob du dieses Buch von Mario Barth kennst, „Frau – Deutsch / Deutsch – Frau“. Jetzt kann man über Mario Barth halten, was man will, aber diese Idee des Übersetzungsbuches ist genial, und ich werde mal ein Buch schreiben, „So sagt man es, und das ist wirklich gemeint“. Und als erstes Beispiel kommt dort hinein, das sagt man, „dafür habe ich keine Zeit“, ich weiß nicht, ob du das ab und zu auch mal sagst oder in deinem Umfeld schon mal gehört hast. Es soll Menschen geben, die so etwas behaupten, „dafür habe ich keine Zeit“. Was heißt das wirklich? Es heißt, „im Moment setze ich meine Prioritäten anders, im Moment ist mir etwas Anderes wichtiger. Dafür möchte ich mir im Moment keine Zeit nehmen“. Das heißt es wirklich.

Und wenn man gefragt wird, ob man irgendetwas macht, dann muss man gar nicht sagen, „im Moment setze ich meine Prioritäten anders“, sag ruhig weiter, „dafür habe ich keine Zeit“. Aber sei dir selbst gegenüber ehrlich und belüge dich nicht, indem du dir sagst, du hättest keine Zeit dafür. Sondern sag zu dir selbst, „okay, im Moment setze ich meine Prioritäten anders, im Moment möchte ich mir dafür keine Zeit nehmen“. Und das möchte ich gar nicht moralisch bewerten, ob es gut ist, sich für irgendetwas Zeit zu nehmen oder nicht, ich glaube, es geht vielmehr darum, sich ehrlich gegenüberzutreten, mit sich selbst ehrlich zu sprechen und sich selbst die richtigen Fragen zu stellen. Und die Frage, „wie bekomme ich das alles unter einen Hut?“ zu ersetzen durch die Frage, „was muss in meinem Leben Platz finden, damit ich zufrieden bin?“ Und du merkst schon, diese zweite Frage ist natürlich erst einmal sehr viel schwieriger zu beantworten.

Wir werden das hier in etlichen Folgen tun, uns dieser Frage anzunähern. Eine Möglichkeit ist, dass du dich bei meiner Challenge „Deine perfekte Woche“ anmeldest. Da geht es nämlich genau um diese Fragestellung, was brauche ich, was brauchst du als Führungskraft und Vater, damit du zufrieden sein kannst? Und zwar heute und auch in der Retrospektive am Ende deines Lebens.

Ich fasse nochmal zusammen. Ich glaube, wir stellen uns häufig die falschen Fragen und bekommen dann natürlich auch keine guten Antworten. Und die Frage, wie bekomme ich das alles unter einen Hut, die ist nicht hilfreich. Viel hilfreicher ist die Frage, was muss in meinem Leben Platz finden, damit ich total zufrieden sein kann? Und dann geht es nicht mehr darum, Zeitmanagementtechniken anzuwenden oder solche Geschichten, sondern es geht darum, Entscheidungen zu treffen, und zwar im Zweifelsfall harte Entscheidungen.

Danke dir, dass du auch dieses Mal wieder eingeschaltet hast. Ich wünsche dir eine richtig, richtig gute Woche und freue mich, wenn wir nächste Woche wieder voneinander hören. Dir bis dahin eine gute Zeit. Dein Stefan Mantel.